Sparkasse Rosenheim, Rosenheim


Gebäudedaten

Bauherr

Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling

Architekt

SAI Schleburg Generalplanungsgesellschaft mbH, Rosenheim

Generalunternehmer
Fachplaner

KlimaEngineering:
TRANSSOLAR Energietechnik GmbH, Stuttgart

Technische Gebäudeausrüstung:
Duschl Ingenieure GmbH & Co KG, Rosenheim

Brandschutz:
HHP Ingenieure für Brandschutz GmbH, Berlin

Weitere Projektinformationen

Mit einem Festakt hat die Sparkasse ihr 47,63 m hohes Gebäude im Frühjahr 2011 offiziell eingeweiht. Nach rund fünf Jahren Planung und Sanierung hat das Sparkassen-Hochhaus in der Rosenheimer Innenstadt ein neues Gesicht und ein zukunftsweisendes Energiekonzept bekommen. Durch Forschungsarbeiten, Gutachten, Modellrechnungen, Simulationen und Kostenbetrachtungen konnte nachgewiesen werden, dass eine Sanierung des über 40 Jahre alten Hochhauses ökologisch und ökonomisch am Sinnvollsten ist und einen hohen Flächenertrag erwirtschaften wird.

Integraler Bestandteil der Konzeption ist dezentrale Haustechnik, welche in ihrer Form und Lage eine maximale Flexibilität in der Nutzung und im Komfort gewährleistet. Unter der Stahlbetondecke werden Kapillarrohrmatten eingeputzt, die in Verbindung mit der Nutzung natürlicher Kältequellen über Grundwasserbrunnen und Verdunstungskühlung sowie Niedertemperaturbeheizung über ein Wärmepumpensystem betrieben werden. Freie Deckenoberflächen, die tagsüber große Wärmemengen aufnehmen können, welche nachts aktiv wieder entzogen werden, sichern eine optimale thermische Behaglichkeit in den Räumen.

Die intelligente Verquickung von Doppelfassadensystem mit den Kühl-, Heiz- und Lüftungssystemen reduziert die Energiekosten auf einen Bruchteil des Ausgangswertes. Der Primärenergiebedarf wird deutlich gesenkt und erreicht einen Idealwert von nahezu 100kWh/m²a. Durch eine effiziente Fassadensteuerung stellt sich das Gebäude optimal auf die jeweilige Wettersituation ein und maximiert zudem den Nutzerkomfort.

Das Sparkassenhochhaus in Rosenheim profitiert von der „Rückbesinnung“ auf traditionelle Gewohnheiten und Klimakonzepte, verbindet diese jedoch mit modernsten Technologien und Erkenntnissen und erfüllt so, gewissermaßen als Nebeneffekt, die EnEV verbunden mit dem neuen Energieausweis für Gebäude auf eine ideale Weise. 

Technologie STG-BEIKIRCH

Üblicherweise ist innerhalb eines Bauprojektes der wesentliche Berührungspunkt zwischen TGA-Planern und Herstellern lediglich die Ausschreibung für die technische Gebäudeausstattung. Nicht so jedoch bei TRANSSOLAR, dem Spezialisten für KlimaEngineering aus Stuttgart, und dem Systemlieferanten STG-BEIKIRCH. Beide Marktpartner forcieren den fachlichen Erfahrungsaustausch, bei dem es in erster Linie darum geht, die verschiedenen Möglichkeiten und die vielfältigen Vorteile einer natürlichen Be- und Entlüftung von Gebäuden über Dach- und Fassadenelemente gegenüber dem Einsatz von mechanischen Lüftungs- und Klimaanlagen abzuwägen, bei denen die hohen Energiekosten oft in keinem Verhältnis zu den unbefriedigenden raumklimatischen Bedingungen stehen.

Natürliche Be- und Entlüftung und RWA:
Der Trend geht weg von hermetisch abgeschlossenen, voll klimatisierten Bereichen hin zu Räumen, in denen man jedem Nutzer individuell die Möglichkeit gibt, in das lokale Raumklima einzugreifen. Beim Rosenheimer Sparkassen-Hochhaus übernimmt die geregelte Doppelfassade unter anderem die Funktion des kontrollierten Nachströmens der Zuluft für die dezentralen Zuluftgeräte sowie die Reduzierung von Druckdifferenzen vor den Primärfassaden zur Erweiterung der Möglichkeit der Fensterlüftung. Weitere Funktionen in Abhängigkeit von der Jahreszeit und der Außentemperatur sind die die Vorerwärmung der Zuluft im Winter und die Hinterlüftung und passive Kühlung des Fassadenzwischenraumes im Sommer.

Einen enormen Kostenvorteil bietet auch die zusätzliche Nutzung von ohnehin erforderlichen Rauch- und Wärmeabzugsfenstern zu Lüftungszwecken. Aufgrund der Raumhöhe und der abzuführenden solaren Lasten bieten sich insbesondere die Erschließungs- und Atriumbereiche hervorragend für die natürliche Be- und Entlüftung durch vorhandene RWA an. Da diese Bereiche meistens als Aushängeschild eines Unternehmens dienen, ist deren komfortable Ausstattung besonders wichtig. Dabei geht es nicht nur um die Temperatur, sondern auch um messbare, psychologische Eigenschaften der Frischluft wie CO2-Wert oder Luftbewegung.

Steuerungszentralen mit LON
Hinzu kommt die sicherheitsgerichtete Ansteuerung der Fenster im Brandfall. Die vollständige Öffnung der Klappen und damit eine Brandabschottung einer Etage reduziert die Gefahr der Brandausbreitung. Um alle Anforderungen zu erfüllen, werden im Sparkassengebäude zwei Typen von Klappen unterschieden: Klappen, die stufenweise etwa in 10 %-Schritten geöffnet werden können (Windlüftungsklappen) und Klappen, die entweder offen oder geschlossen sind (Sommerlüftungsklappen). Beide Typen werden durch spezielle STG-BEIKIRCH Linearmotoren betätigt und durch in LON-Technologie ausgeführte Steuerungszentralen gesteuert.

 

 
 

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